Angeblich soll das Wort Frühling seit dem 15. Jahrhundert gebräuchlich sein. Das Gegenstück „Spätling“ für Herbst hat es nicht geschafft. Das wollte sich das Wort aber keineswegs bieten lassen und hat sich nicht in das Meer der Bedeutungslosigkeit zurückgezogen. Dort tummeln sich zum Beispiel das Handgeklapper (Applaus), das Gasterey (Gasthaus), der Stimpert (Gefängnis), die Faute (Mangel) und die Geldkatze (Portemonnaie).

Vielmehr hat es sich ein anderes Opfer gesucht, das es seinen Namen aufdrücken kann: Spätling kann man auch zu einem Nachkommen sagen. Irgendwie scheint der Spätling vom Pech verfolgt zu sein, denn schließlich hat sich „Nachkomme“ besser durchgesetzt.

Auf jeden Fall hat es der Frühling besser erwischt. Er hat sich nicht nur über die Jahrhunderte hinweg gehalten, sondern er ist eigentlich durchgängig positiv besetzt. Was man von manch einem Nachkommen nicht unbedingt behaupten kann.

Den Frühling im Baumhaushotel sollte man auf keinen Fall verpassen: er ist noch schöner als auf den Fotos!