Warum in die Ferne schweifen?

Willst du immer weiter schweifen?

Sieh, das Gute liegt so nah.

Lerne nur das Glück ergreifen.

Denn das Glück ist immer da.

(Goethe, „Erinnerung“)

Die Redensart „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?“ lehnt sich an dieses Gedicht von Goethe an. Klar, Goethe mal wieder. Früher, im Biologieunterricht der humanistisch gebildeten Lehrerin Frau Kramer musste man immer, wenn sie eine Redensart von sich gab: „Goethe!“, „Schiller!“ oder „Luther!“ rufen. Wir fingen immer mit Schiller an, den zitierte sie am liebsten. Leider wirkten sich Kenntnisse in diesem Bereich NICHT auf die Bio-Note aus.

Wie kam ich jetzt darauf? Ach ja, genau: an diesen Satz denke ich jedes Jahr im Mai. Wenn ich an den wunderschön gelb blühenden Rapsfeldern vorbei fahre. Dann denke ich immer, dass man doch Unterfranken im Mai genauso vermarkten könnte wie den Juli in der Provence, wenn der Lavendel blüht.

Na gut, Raps ist vielleicht nicht ganz so ungewöhnlich wie Lavendel – deutschland- oder europaweit betrachtet. Und Raps-Seife, Parfüm oder Duftsäckchen wären vermutlich auch nicht die absoluten Verkaufsschlager. Aber schön aussehen tut es trotzdem!